Fast zeitgleich erschienen am 28. und 29. Februar ein Aufruf ostdeutscher
PolitikerInnen der LINKEN – veröffentlicht in einem Sondernewsletter des „Forums
Demokratischer Sozialismus“ (fds) unter der Überschrift „Die Sache ist nicht vom
Tisch“ – und ein Interview mit der stellvertretenden Parteivorsitzenden Katina
Schubert in der taz, in der sie ihren Rückzug aus dem Parteivorstand ankündigt, um
sich stärker strömungspolitisch in der LINKEN zu engagieren. Die taz kombinierte
das Interview mit einem Titelbild und zwei weiteren Artikeln zur LINKEN, die vor
allem aus Angriffen auf Oskar Lafontaine bestanden („kein Betonkopf währt ewig im
harten Klima der Berliner Politik“).
In ihrem Aufruf nehmen die 16 Unterstützerinnen und Unterstützer des fds die
Auseinandersetzungen um Christel Wegner zum Anlass, um eine Geschichtsdebatte
der Partei einzufordern. Sie sehen einen „programmatischen Diskussions- und
Klärungsbedarf“ in der Partei, dessen Kern das Grundverständnis von Sozialismus
sei. Die Vorstellungen von einem autoritären Staatssozialismus existier(t)en in
unterschiedlichen Varianten auch im Westen. Unterschwellig wird der Vorwurf
erhoben, dass sich diese nicht näher bezeichneten Teile der Westlinken zu wenig
ihrer Geschichte gestellt hätten.
Das fds nutzt die Wegner-Auseinandersetzungen für einen inhaltlichen Vorstoß mit
dem Ziel, die Koordinaten der Partei nach rechts zu verschieben. Dem
vorausgegangen waren Äußerungen André Bries, der vor DKP-Altkadern, Trotzkisten
und „verbohrten Gewerkschaftern“ in den West-Landesverbänden warnte. Aus seiner
Sicht ginge es um eine emanzipatorische linke Partei oder eine Ersatz-SPD mit den
Rezepten aus den siebziger Jahren. Einig scheinen die Genannten in der Skepsis
gegenüber bzw. Ablehnung von staatlichen Institutionen und Interventionen zu sein,
ihre emanzipatorische linke Partei ist eher eine linke Bürgerrechtspartei, gestützt auf
Teile der Mittelschichten. Ihr politisches Ziel ist ein „Mitte-Links-Projekt“, für das sich
nach Katina Schubert SPD, Linke und Grüne auf einander zu bewegen müssen. Es
geht ihnen keineswegs nur um Geschichte, sondern um heutiges politisches
Handeln, konkret um möglichst schnelle Beteiligungen an Regierungsprojekten im
Westen und im Bund. Hindernisse dafür sollen ausgeräumt werden.
Die Sozialistische Linke vertritt eine andere Position: Zentral sind die sozialen
Interessen der abhängig Beschäftigten und der sozial Benachteiligten und die
Verbindung zu Gewerkschaften und außerparlamentarischen Bewegungen. Ein
gestärkter Sozialstaat steht nicht gegen individuelle Freiheit, sondern ermöglicht sie
erst für alle. Es geht um soziale und politische Verbesserungen und sozialistische
Perspektiven durch die Veränderung gesellschaftliche Kräfteverhältnisse und nicht
primär um Regierungsbeteiligung.
Die Äußerungen von Christel Wegner im Panorama-Interview und ihr
Fraktionsausschluss werden in dem zitierten Aufruf instrumentalisiert, um ihre lange
zurückgehaltene Kritik am stark an sozialen Themen orientierten linken Kurs der
Bundespartei massiv vorbringen zu können. Dies relativiert aber nicht das reale
Problem: Die Äußerungen Wegners und die darauf folgende Presse-Kampagne
haben uns in Hamburg sicherlich Stimmen gekostet. Wer wie Christel Wegener der
Meinung ist, dass geheimdienstliche Organe ähnlich der Stasi zu einem Sozialismus
der Zukunft gehören, hat tatsächlich nichts aus der Geschichte gelernt und gehört
nicht in eine Fraktion der LINKEN.
Es gilt aber die Trennlinie zwischen Antistalinismus und Antikommunismus zu
beachten. Die Sozialistische Linke verweigert den Kotau vor der Staatsreligion der
alten Bundesrepublik, dem Antikommunismus. Die Geschichte der West-Linken war
auch eine Geschichte der Repression. KPD-Verbot und Berufsverbote dürfen nicht
vergessen werden. Dieser Antikommunismus und die Berufsverbote trafen auch die
kritischen Kommunisten, sogar Jusos und Pazifisten. Wir wollen das Prinzip der
offenen Listen fortführen und damit die Offenheit der Linken gegenüber sozialen
Bewegungen und Gewerkschaften dokumentieren. Die Sozialistische Linke lehnt
daher eine generelle Verbannung von DKP-Mitgliedern auf Offenen Listen der
LINKEN ab, es kommt auf die Positionen der einzelnen GenossInnen an. Für die
Sozialistische Linke vertritt eine andere Position: Zentral sind die sozialen
Interessen der abhängig Beschäftigten und der sozial Benachteiligten und die
Verbindung zu Gewerkschaften und außerparlamentarischen Bewegungen. Ein
gestärkter Sozialstaat steht nicht gegen individuelle Freiheit, sondern ermöglicht sie
erst für alle. Es geht um soziale und politische Verbesserungen und sozialistische
Perspektiven durch die Veränderung gesellschaftliche Kräfteverhältnisse und nicht
primär um Regierungsbeteiligung.
Die Äußerungen von Christel Wegner im Panorama-Interview und ihr
Fraktionsausschluss werden in dem zitierten Aufruf instrumentalisiert, um ihre lange
zurückgehaltene Kritik am stark an sozialen Themen orientierten linken Kurs der
Bundespartei massiv vorbringen zu können. Dies relativiert aber nicht das reale
Problem: Die Äußerungen Wegners und die darauf folgende Presse-Kampagne
haben uns in Hamburg sicherlich Stimmen gekostet. Wer wie Christel Wegener der
Meinung ist, dass geheimdienstliche Organe ähnlich der Stasi zu einem Sozialismus
der Zukunft gehören, hat tatsächlich nichts aus der Geschichte gelernt und gehört
nicht in eine Fraktion der LINKEN.
Es gilt aber die Trennlinie zwischen Antistalinismus und Antikommunismus zu
beachten. Die Sozialistische Linke verweigert den Kotau vor der Staatsreligion der
alten Bundesrepublik, dem Antikommunismus. Die Geschichte der West-Linken war
auch eine Geschichte der Repression. KPD-Verbot und Berufsverbote dürfen nicht
vergessen werden. Dieser Antikommunismus und die Berufsverbote trafen auch die
kritischen Kommunisten, sogar Jusos und Pazifisten. Wir wollen das Prinzip der
offenen Listen fortführen und damit die Offenheit der Linken gegenüber sozialen
Bewegungen und Gewerkschaften dokumentieren. Die Sozialistische Linke lehnt
daher eine generelle Verbannung von DKP-Mitgliedern auf Offenen Listen der
LINKEN ab, es kommt auf die Positionen der einzelnen GenossInnen an. Für die
Sozialistische Linke verweigert den Kotau vor der Staatsreligion der
alten Bundesrepublik, dem Antikommunismus. Die Geschichte der West-Linken war
auch eine Geschichte der Repression. KPD-Verbot und Berufsverbote dürfen nicht
vergessen werden. Dieser Antikommunismus und die Berufsverbote trafen auch die
kritischen Kommunisten, sogar Jusos und Pazifisten. Wir wollen das Prinzip der
offenen Listen fortführen und damit die Offenheit der Linken gegenüber sozialen
Bewegungen und Gewerkschaften dokumentieren. Die Sozialistische Linke lehnt
daher eine generelle Verbannung von DKP-Mitgliedern auf Offenen Listen der
LINKEN ab, es kommt auf die Positionen der einzelnen GenossInnen an. Für die
Sozialistische Linke lehnt
daher eine generelle Verbannung von DKP-Mitgliedern auf Offenen Listen der
LINKEN ab, es kommt auf die Positionen der einzelnen GenossInnen an. Für die
Sozialistische Linke ist der antistalinistische Grundkonsens, wie er auch im
„Eckpunkteprogramm“ der Partei formuliert ist, unabdingbare Grundvoraussetzung
linker Politik.
„Die Sache ist noch nicht vom Tisch“, formulieren die GenossInnen in ihrem Aufruf.
Einige der Mitglieder des fds scheinen aber reinen Tisch machen zu wollen, fordern,
im Gleichklang mit der bürgerlichen Presse, personelle Konsequenzen. Anscheinend
nach dem Motto: „Die Gelegenheit ist günstig, schlagen wir zu.“ So lässt sich eine
Auseinandersetzung um den zukünftigen Kurs der LINKEN aber schwerlich
vernünftig führen. Wir brauchen in der Tat eine breite Diskussion über
programmatische Aussagen und die Zukunftsvorstellungen der LINKEN. Wie kann
der Raubtierkapitalismus gebändigt, demokratisiert und überwunden werden, was
verstehen wir unter Sozialismus des 21. Jahrhunderts? Darauf gibt es bisher nur
abstrakte Antworten. Selbstverständlich dürfen soziale und politische, kollektive und
individuelle Rechte nie wieder getrennt werden, aber z.B. die Rolle und Grenzen
privatkapitalistischer Unternehmen und des Marktes wird zu diskutieren sein. Die
Eigentumsfrage darf nicht tabuisiert werden, die bevorstehende Programmdebatte
bedarf hier keiner vorauseilenden Beschränkung. Zu diesem notwendigen längeren
Diskussionsprozess gehört auch eine Geschichtsdebatte, die aber auf einem
entsprechenden Niveau (bezüglich beider deutscher Staaten) stattfinden muss und
nicht kurzfristigen innerparteilichen Zielen dienen darf.
Die gesamte LINKE gefordert, die Erfolge, die wir bei den letzten Landtagswahlen
errungen haben, zu sichern. Der Parteiaufbau und die Verankerungen in den
Wohnvierteln, Betrieben und in den Kommunalparlamenten sind die
Grundvoraussetzungen für jeden weiteren Erfolg. Und wir müssen uns
gesellschaftlich einmischen: Massive Umverteilungsprozesse gesellschaftlichen
Reichtums von unten nach oben gehen weiter, ebenso vielfacher Arbeitslatzabbau
trotz steigender Gewinne, ebenso die militärischen Abenteuer der großen Koalition.
Dazu brauchen wir eine schlagkräftige und zugleich weiterhin pluralistische Partei, in
der unterschiedliche linke Auffassungen Platz haben. Im Mittelpunkt der politischen
Arbeit der LINKEN muss die Mobilisierung gegen die Kräfte des großen Kapitals und
des Neoliberalismus stehen, nicht gegen Andersdenkende in der eigenen Partei.
BundessprecherInnenrat der Sozialistischen Linken
ist der antistalinistische Grundkonsens, wie er auch im
ist der antistalinistische Grundkonsens, wie er auch im„Eckpunkteprogramm“ der Partei formuliert ist, unabdingbare Grundvoraussetzung
linker Politik.
„Die Sache ist noch nicht vom Tisch“, formulieren die GenossInnen in ihrem Aufruf.
Einige der Mitglieder des fds scheinen aber reinen Tisch machen zu wollen, fordern,
im Gleichklang mit der bürgerlichen Presse, personelle Konsequenzen. Anscheinend
nach dem Motto: „Die Gelegenheit ist günstig, schlagen wir zu.“ So lässt sich eine
Auseinandersetzung um den zukünftigen Kurs der LINKEN aber schwerlich
vernünftig führen. Wir brauchen in der Tat eine breite Diskussion über
programmatische Aussagen und die Zukunftsvorstellungen der LINKEN. Wie kann
der Raubtierkapitalismus gebändigt, demokratisiert und überwunden werden, was
verstehen wir unter Sozialismus des 21. Jahrhunderts? Darauf gibt es bisher nur
abstrakte Antworten. Selbstverständlich dürfen soziale und politische, kollektive und
individuelle Rechte nie wieder getrennt werden, aber z.B. die Rolle und Grenzen
privatkapitalistischer Unternehmen und des Marktes wird zu diskutieren sein. Die
Eigentumsfrage darf nicht tabuisiert werden, die bevorstehende Programmdebatte
bedarf hier keiner vorauseilenden Beschränkung. Zu diesem notwendigen längeren
Diskussionsprozess gehört auch eine Geschichtsdebatte, die aber auf einem
entsprechenden Niveau (bezüglich beider deutscher Staaten) stattfinden muss und
nicht kurzfristigen innerparteilichen Zielen dienen darf.
Die gesamte LINKE gefordert, die Erfolge, die wir bei den letzten Landtagswahlen
errungen haben, zu sichern. Der Parteiaufbau und die Verankerungen in den
Wohnvierteln, Betrieben und in den Kommunalparlamenten sind die
Grundvoraussetzungen für jeden weiteren Erfolg. Und wir müssen uns
gesellschaftlich einmischen: Massive Umverteilungsprozesse gesellschaftlichen
Reichtums von unten nach oben gehen weiter, ebenso vielfacher Arbeitslatzabbau
trotz steigender Gewinne, ebenso die militärischen Abenteuer der großen Koalition.
Dazu brauchen wir eine schlagkräftige und zugleich weiterhin pluralistische Partei, in
der unterschiedliche linke Auffassungen Platz haben. Im Mittelpunkt der politischen
Arbeit der LINKEN muss die Mobilisierung gegen die Kräfte des großen Kapitals und
des Neoliberalismus stehen, nicht gegen Andersdenkende in der eigenen Partei.