-Es gilt das gesprochene Wort -
Liebe Genossinnen und Genossen,
die Mitglieder unserer Partei erwarten von uns Delegierten mehr, als einfach nur ein Programm zu verabschieden. Sie erwarten vor allem, dass wir es mit einem größtmöglichen Maß an Gemeinsamkeit beschließen. Wer hätte am Beginn der Programmdebatte gedacht, dass am Ende Sahra Wagenknecht und Matthias Höhn gemeinsam für den nun vorliegenden Entwurf werben würden.
In dieser Programmdebatte ist deutlich geworden, unsere individuellen Erfahrungen und Biografien fügen sich zusammen zu unserer gemeinsamen Geschichte als LINKE. Und auch in Konsequenz vor dieser linken Geschichte formulieren wir die Botschaft: Kein Sozialismus ohne Freiheit – sowohl auf dem Weg als auch in der Zielbeschreibung!
Wer in diesen Tagen mit offenen Augen auf unser Land, auf ganz Europa schaut, der sieht, wofür sich immer mehr Menschen engagieren: Es geht um Freiheit und Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung, es geht um die Frage, wie wir leben wollen, es geht um die Zukunft der Demokratie.
Sozialistische Politik – heute und in Zukunft – kann nur eine Politik der umfassenden Demokratisierung sein, oder sie wird nicht unsere sein.
Zur Freiheit gehört für uns immer Solidarität. Wir setzen der Politik der zunehmenden Ausgrenzung und Entsolidarisierung eine Politik der sozialen Gerechtigkeit entgegen. Wir wollen gesellschaftliche Teilhabe aller ermöglichen.
Achtzehn Monate Programmdebatte liegen hinter uns. Wir haben das Programm weiterentwickelt, ergänzt und konkretisiert – am Ende haben wir alle gewonnen, am Ende hat DIE LINKE in ihrer Gesamtheit gewonnen. Auch ich werbe bei euch allen um Unterstützung, vor allem dort, wo wir uns bewusst und konstruktiv aufeinander zu bewegt haben. Ihr kennt die Themen: unser historisches Erbe, Arbeit und Beschäftigung, Bedingungsloses Grundeinkommen, internationale Politik und das Agieren in Parlamenten und Regierungen. Ich fühle mich in diesem Programm aufgehoben, wir haben gute Lösungen gefunden, ich werde all diesen Kernpunkten meine Zustimmung geben.
Das Programm verbindet notwendige Systemkritik mit alternativen Reformprojekten, es betont den transformatorischen Charakter unserer Politik, benennt wo wir heute mit Veränderungen beginnen wollen und beschreibt uns unverwechselbar als demokratische Sozialistinnen und Sozialisten.
Liebe Genossinnen und Genossen,
Liebe Genossinnen und Genossen,
wir sind als Partei nicht für uns selbst da. Wir werden gebraucht. Aber wir sind nur wirksam, wenn wir mit unseren politischen Angeboten in der Lebenswirklichkeit der Menschen verwurzelt sind, wenn wir nicht unablässig nur Gewissheiten verkünden, sondern Menschen einladen und ermutigen und wenn wir Kümmerer sind genauso wie Motor gesellschaftlicher Debatten.
Programme zu beschließen ist das eine, praktische Politik zu machen das andere. Der vorliegende Entwurf ist die große Chance, damit wieder deutlich mehr wahrgenommen zu werden. Nutzen wir sie.